Welcher EU-Bezug ist entscheidend?
Ein Schweizer Firmensitz schliesst den AI Act nicht aus. Artikel 2 Absatz 1 nennt unter anderem diese Fälle:
- Sie bringen als Anbieter ein KI-System in der EU in Verkehr oder nehmen es dort in Betrieb.
- Sie betreiben ein KI-System mit Niederlassung oder Standort in der EU.
- Sie sind Anbieter oder Betreiber in der Schweiz, und Ergebnisse Ihres KI-Systems werden in der EU verwendet.
- Eine EU-Geschäftsbeziehung allein beantwortet die Frage noch nicht: Halten Sie fest, wie die konkrete KI-Anwendung damit verbunden ist.
Welche Rolle hat Ihr Unternehmen?
Betreiber verwenden ein KI-System unter eigener Verantwortung. Anbieter entwickeln es oder lassen es entwickeln und bringen es unter eigenem Namen in Verkehr oder nehmen es in Betrieb.
Notieren Sie deshalb nicht nur den Toolnamen: Kaufen Sie eine fertige Anwendung für Ihr Team ein? Bieten Sie Kunden ein eigenes KI-Produkt an? Verändern Sie ein fremdes System oder seinen Einsatzzweck? Legen Sie Anbieterunterlagen und die Beschreibung Ihrer Änderungen zur Abklärung bereit.
Eine Seite je Anwendung vorbereiten
Verwenden Sie die folgende Vorlage für eine tatsächlich eingesetzte oder geplante Anwendung. Schreiben Sie bei fehlenden Angaben «offen» und benennen Sie die Person, die sie klärt.
- System: Name, Version, Anbieter und interne verantwortliche Person.
- Aufgabe: Welche Eingaben erhält die KI, welches Ergebnis liefert sie und wer nutzt es?
- EU-Bezug: Wo wird das System angeboten oder eingesetzt? Wo und wofür werden seine Ergebnisse verwendet?
- Folgen: Welche Personen betrifft die Ausgabe? Unterstützt sie einen Entwurf oder beeinflusst sie beispielsweise eine Bewerbungsauswahl?
- Kontrolle: Wer prüft und korrigiert das Ergebnis? Welche Datenregeln und Anbieterunterlagen liegen vor?
KI-Kompetenz an der Aufgabe üben
Die EU-Kommission richtet KI-Kompetenz am Einsatzkontext und Vorwissen der Beteiligten aus. Für Artikel 4 ist kein bestimmtes Zertifikat erforderlich; interne Aufzeichnungen zu Schulung und Anleitung sind möglich.
Für die praktische Vorbereitung: Lassen Sie Mitarbeitende einen absichtlich fehlerhaften KI-Entwurf prüfen. Finden sie eine erfundene Quelle, eine fehlende Angabe oder eine unzulässige Zusage? Notieren Sie Aufgabe, besprochene Fehler und offene Lernfragen. Wer ein angebundenes System administriert, übt zusätzlich den Umgang mit Berechtigungen und möglichen Aktionen.
Aus der Notiz die nächsten Schritte ableiten
Lassen Sie anhand der Anwendungsnotiz die einschlägigen Pflichten und aktuell geltenden Fristen klären. Eine interne Textassistenz und eine Bewerbungsauswahl brauchen unterschiedliche Einordnungen. Berücksichtigen Sie daneben die Schweizer Anforderungen.
Beginnen Sie die praktische Vorbereitung mit einer verantwortlichen Person, erlaubten Aufgaben und Daten sowie einer Übung zur Ergebniskontrolle. Prüfen Sie die Notiz erneut, wenn sich System, Zweck oder Verwendung in der EU ändern. Ein Seminar allein bestätigt keine Rechtskonformität.