Regeln, Daten und Verantwortung4 Min. Lesezeit · Stand: 2026-10-18

KI-Richtlinie für Schweizer KMU: Vorlage und Einführung

Kopieren Sie die sieben Regelsätze, ergänzen Sie Ihre Entscheidungen und prüfen Sie mit dem Team, ob die Richtlinie im Arbeitsalltag verständlich ist.

PP
Redaktion: Peak Pioneers
Praktische Orientierung mit weiterführenden Quellen
Über Peak Pioneers

Auf einen Blick

  • Die Vorlage gilt jeweils für eine benannte Aufgabe mit einem bestimmten KI-Werkzeug.
  • Platzhalter müssen vor der Freigabe durch betriebliche Entscheidungen ersetzt werden.
  • Eine Teamübung zeigt, ob Mitarbeitende erlaubte und ungeklärte Fälle auseinanderhalten können.

Vor dem Ausfüllen: eine konkrete Aufgabe auswählen

Welche KI-Tools nutzt Ihr Team bereits, und für welche Aufgaben? Beginnen Sie mit einem wiederkehrenden Ablauf, etwa dem Entwurf eines Newsletters. Halten Sie fest, welche Informationen dabei verarbeitet werden und wer das Ergebnis verwendet. Die folgende Vorlage grenzt die erlaubte Nutzung je Aufgabe und Werkzeug ab. Für weitere Kombinationen ergänzen Sie weitere Regeln.

Vorlage: sieben Regelsätze zum Kopieren und Ausfüllen

Übernehmen Sie die folgenden sieben Punkte in Ihr internes Dokument. Ersetzen Sie alle Angaben in eckigen Klammern und passen Sie die vorgeschlagenen Regeln an Ihre Entscheidungen an. Beschreiben Sie die Aufgabe konkret: «Newsletter aus freigegebenen Produktinformationen entwerfen» ist verständlicher als «Texte bearbeiten».

  • Geltungsbereich: Diese Regel gilt für [Mitarbeitende/externe Mitwirkende] im Ablauf [Arbeitsablauf]. KI darf dabei für [konkret erlaubte Aufgabe] eingesetzt werden.
  • Werkzeuge: Für diese Aufgabe verwenden wir ausschliesslich [Dienst] mit [betrieblichem Konto/Kontotyp] und den Funktionen [erlaubte Funktionen]. Zuständig für Zugang und Einstellungen ist [Name/Rolle, Kontakt]. Andere Dienste, Funktionen oder Verbindungen zu Datenablagen benötigen vor der Nutzung die Freigabe von [Name/Rolle].
  • Daten: Eingegeben werden dürfen [konkret zugelassene Inhalte]. Ausgeschlossen sind [konkret ausgeschlossene Inhalte, z. B. Kundennamen, Personalakten, vertrauliche Preise]. Ist die Zuordnung unklar, werden die Inhalte nicht eingegeben, bis [Name/Rolle, Kontakt] entschieden hat.
  • Ergebnisse: Vor der Weiterverwendung prüft [Name/Rolle] Fakten, Zahlen, Namen, Termine und Zusagen anhand von [verbindlicher Informationsquelle]. Nicht belegte Angaben werden geklärt oder entfernt. Ein KI-Entwurf ist noch keine freigegebene Aussage des Unternehmens.
  • Aktionen: [Name/Rolle] darf Entwürfe bearbeiten; [Name/Rolle] gibt den fertigen Inhalt für [Empfänger/Kanal] frei. Das KI-Werkzeug darf im Rahmen dieser Regel weder selbst versenden noch veröffentlichen oder Änderungen in anderen Systemen ausführen.
  • Vorfälle: Bei einer falschen Eingabe oder unzulässigen Weitergabe unterbrechen wir die betroffene Nutzung und informieren sofort [Kontaktstelle, Meldeweg]. Wir halten Zeitpunkt, Werkzeug, betroffene Datenarten und ausgeführte Aktion fest. Über weitere Schritte entscheidet [Name/Rolle].
  • Pflege: Verantwortlich für diese Regel ist [Name/Rolle]. Sie wurde am [Datum] durch [Name/Rolle] freigegeben und liegt unter [Ablageort]. Bei Änderungen an Aufgabe, Werkzeug, Datenzugriff oder automatischen Aktionen wird sie vor dem geänderten Einsatz erneut geprüft.

Was tun, wenn ein Fall noch nicht geregelt ist?

Ein nicht ausgefülltes Feld ist keine Erlaubnis. Sammeln Sie ungeklärte Aufgaben und Datenfragen in einer kurzen Liste für die benannte verantwortliche Person. Bis zur Entscheidung bleibt der bisher freigegebene Arbeitsweg bestehen. Halten Sie neue Freigaben im Dokument fest, damit dieselbe Frage nicht für jedes Teammitglied neu entschieden werden muss.

Die Richtlinie mit drei Situationen im Team erproben

Besprechen Sie den Entwurf mit Geschäftsleitung, IT-Verantwortung und Mitarbeitenden, die KI nutzen. Verwenden Sie für die Übung öffentliches oder erfundenes Material. Spielen Sie drei Situationen durch: einen öffentlichen Text umformulieren, eine interne Notiz zusammenfassen und eine Anfrage mit Personendaten beantworten.

Für jede Situation benennt das Team das erlaubte Werkzeug, die zulässige Eingabe und die Person, die das Ergebnis freigibt. Lautet die Antwort «nicht erlaubt» oder «noch ungeklärt», wird der Fall ohne Eingabe in ein KI-Tool besprochen. Verstehen mehrere Personen dieselbe Regel unterschiedlich, ändern Sie die Formulierung und wiederholen die betreffende Situation.

Was die Vorlage leistet und was zusätzlich geklärt werden muss

Die Vorlage hilft, betriebliche Entscheidungen verständlich festzuhalten. Ob der vorgesehene Einsatz zulässig ist, muss anhand der Daten, Verträge, Einstellungen und geltenden rechtlichen Anforderungen separat geklärt werden. Eine ausgefüllte Richtlinie allein bestätigt keine rechtliche Konformität.

Fragen zu diesem Thema

Wie lang sollte eine KI-Richtlinie für ein KMU sein?

So lang wie nötig, um die tatsächlichen Aufgaben und Datenregeln verständlich zu erklären. Eine kurze Übersicht kann auf genauere Freigaben je Werkzeug verweisen. Entscheidend ist, ob Mitarbeitende typische Fälle richtig einordnen können, nicht eine bestimmte Seitenzahl.

Wer sollte die KI-Richtlinie freigeben?

Die betriebliche Verantwortung sollte eindeutig benannt sein. Geschäftsleitung, IT und gegebenenfalls Datenschutz- oder Fachverantwortliche bringen ihre jeweiligen Anforderungen ein. Die Freigabe eines Werkzeugs und die Verantwortung für die Verwendung seines Ergebnisses sollten getrennt erkennbar bleiben.

Quellen und fachlicher Hintergrund

Die Quellen erläutern die fachlichen Grundlagen. Unsere Empfehlungen sind praktische Orientierung und keine Zusage eines bestimmten Projektergebnisses. Stand der redaktionellen Prüfung: 18. Oktober 2026.

Die Einführung im Team besprechen

Bringen Sie Ihren Richtlinienentwurf und die offenen Fragen aus der Teamübung mit. So lässt sich im Gespräch klären, ob eine KI-Beratung oder Schulung für den nächsten Schritt passt.

Einführung besprechen